Was braucht es, damit wir frei sind? Über die Bedingungen der Freiheit.

Freiheit ist eine komplizierte Angelegenheit. Neoliberale und Konservative nehmen den Begriff für sich in Anspruch und inszenieren sich als grosse Bewahrer der Freiheit: die einen versuchen es mit einer Prise Egoismus, die anderen halten ein freies Leben allein in einem starken Nationalstaat für realisierbar. Aber die Freiheit ohne Gleichheit ist nur eine Scheinfreiheit, so die Linke, die einen profitieren, während die anderen verlieren.

Wir fragen unsere Gäste: Was sind die Voraussetzungen für eine möglichst freie Gesellschaft?

Haben wir überhaupt die Zeit, um frei zu sein? 

Montag, 30. April um 20 Uhr
Pröstli Ennetbaden (Hertensteinstrasse 1)

Daniel Lampart, Chefökonom Schweizerischer Gewerkschaftsbund SGB
Pius Graf, Gemeindeammann Ennetbaden
Daniela Soltermann, Moderation 

Ist die freie Zeit ein Mythos ? Welche Bedeutung hat sie in unserer Gesellschaft? Welche Chancen und Risiken bringt uns diesbezüglich die Digitalisierung? Die Tendenz zu einem professionalisierten und auf Effizienz getrimmten Lebensstil zeigt sich bei den Angestellten von Amazon genauso wie bei den Freischaffenden oder gar im Fitnesscenter. Joggingrunden wie Taxifahrten werden von Apps erfasst. Wenn jede Minute verplant ist, wo bleibt noch die freie Zeit? 

Entscheide ich mich frei für Alkohol, Cannabis oder Kokain?

Dienstag, 3. Juli 2018, 18.30 Uhr
Schönes Wetter: Café-Bar Kajüte Baden (an der Limmat beim Tränenbrünneli)
Schlechtes Wetter: Kulturcafé Baden (Rütistrasse 3a)

Daniel Ryser, Journalist, Autor «Der Zürcher Kokain-Report»
Regine Rust, Leiterin Suchtfachstelle St.Gallen
Magaly Tornay, Postdoc an der ETH-Professur für Technikgeschichte
Florian Vock, Moderation  

An wenigen Diskussionen zeigen sich die Grenzen und Abgründe zwischen Freiheit, Selbstbestimmung und Abhängigkeit stärker als an derjenigen über Drogen. Sei es die ehemals offene Drogenszene auf dem Zürcher Platzspitz, der «War on Drugs» in den USA oder Ruth Dreifuss’ Engagement für die UNO: Die Meinungen dazu polarisieren. Doch wer konsumiert überhaupt Drogen? Warum konsumieren sehr viele von uns Drogen? Was hat Rausch und Genuss mit individueller Freiheit zu tun – und was mit der Gesellschaft als Ganzes? 

Anschliessend: WM-Achtelfinal.

Bin ich frei, wenn ich nicht genug zum Leben habe?

Montag, 3. September 2018, 19 Uhr
Theaterplatz Baden (Treffpunkt für den Rundgang)

Cédric Wermuth, Nationalrat 
Regula Dell’Anno, Stadträtin Baden 
Daniela Soltermann, Moderation 

Auf einem Stadtrundgang der Caritas erfahren wir vom Lebensalltag armutsbetroffener Menschen in Baden. Als Sozialvorsteherin kennt Regula Dell’Anno die politischen Grenzen der Armutsbekämpfung. Nationalrat Cédric Wermuth kritisiert ein Wirtschaftssystem, das Armut überhaupt zulässt. Wir fragen: Wie frei lebt es sich noch, wenn man arm ist? 

Sorgen Schulen für freie Menschen?

Montag, 22. Oktober 2018, 20 Uhr
Westschöpfe, Kantonsschule Wettingen

Lucien Criblez, Professor für Historische Bildungsforschung, Universität Zürich
Roland Reichenbach, Professor für Allgemeine Erziehungswissenschaft, Universität Zürich
Kathrin Scholl, Geschäftsleiterin Aargauischer Lehrerinnen- und Lehrerverband alv
Hans Rudolf Stauffacher, Moderation 

Unsere Bildung orientiert sich zunehmend an ökonomischen Interessen anstatt an humanistischen Werten: Die öffentlichen Schulen sind dazu aufgefordert, professionelle Mitarbeiter im Dienste der Wirtschaft auszubilden. Wie man einenBildungsstandort abbaut, lässt sich derzeit am Kanton Aargau beobachten. Welche Form der Bildung braucht unsere Gesellschaft? Begabungen und Talente zur Entfaltung zu bringen, ist das noch die Aufgabe unserer Bildungs-institutionen? Und wie steht es um die Zukunft des Schweizer Bildungssystems?

Wie frei sind wir, wenn es Landesgrenzen gibt?

Mittwoch, 12. Dezember 2018, 20 Uhr
Kulturcafé Baden (Rütistrasse 3a)

Lelia Hunziker, Geschäftsleiterin Integration Aargau 
Andreas Cassee, Philosoph und Migrationsethiker 
Florian Vock, Moderation 

Frei entscheiden können, in welchem Land ich lebe: Andreas Cassee fordert eine globale Bewegungsfreiheit. Lelia Hunziker beschäftigt sich tagtäglich mit dem Lebensalltag von Menschen, die sich neu in der Schweiz niederlassen. Wie steht es um unsere Freiheit, wenn an europäischen Landesgrenzen Stacheldraht gezogen wird?